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Namibias Bevölkerung
Insgesamt gibt es in Namibia 11 verschiedene ethnische Gruppen, welche alle über eine eigene Geschichte und Kultur verfügen, was wiederum Spannungen hervorruft. Die Namibische Regierung versucht dem mit einer Politik unter dem Motto "One Namibia - One Nation" entgegenzuwirken.
San
Heute leben etwa noch 40.000 San (auch als Buschleute bezeichnet) in Namibia, davon allerdings nicht einmal 1.000 in ihrer angestammten Lebensweise. Viele arbeiten bei weißen und schwarzen Farmern.
Seit etwa 20.000 Jahren ist die Lebensweise der San als Nomaden unverändert. Sie gehen sehr sparsam und schonend mit der ihnen zur Verfügung stehenden kargen Umwelt um, besonders bemerkenswert ist ihre erstaunliche Naturkenntnis.
Ovambo
Die Ovambos bilden mit etwa ½ Million Menschen die zahlenmäßig größte Gruppe in Namibia. Sie leben im Ovamboland nördlich der interner LinkEtoscha-Pfanne. Im Heimatland der Ovambos gibt es fast keine Bodenschätze und der hohen Salzgehaltes des Bodens ist für eine Landwirtschaft (Hirse, Kürbisse, Bohnen, Erdnüsse, Wassermelonen) nicht gerade förderlich; so bleibt als Einnahmequelle nur die relativ gut möglich Rinderzucht. Die früher vorhandene Bewaldung wurde durch die Nutzbarmachung für die Landwirtschaft fast völlig zerstört. Die Ansiedelung der Ovambos in diesem Gebiet erfolgte wahrscheinlich im 16. Jahrhundert. Die früher übliche Polygamie ist heute durch Einehen abgelöst worden.
Nama
Von den vielen Untergruppen der wissenschaftlich als Khu-Khun bezeichneten Bevölkerungsgruppe, welche häufig auch als Hottentotten bezeichnet werden, leben zwei im südlichen Afrika: die Nama und die Orlam, welche wiederum aus mehreren Stämmen bestehen. Im Gegensatz zu den Nama, die bei ihrem Zug aus dem nordöstlichen Afrika im Gebiet des heutigen Namibia verblieben, zogen die Orlam weiter zur Kapregion. Die früher als viehzüchtende, jagende und sammelnde Nomaden lebende Nama hatten häufig Auseinandersetzungen mit anderen Stämmen, besonders den interner LinkHerero. Gezüchtet wurden hauptsächlich Rinder, Schafe und Ziegen. Häufig wurden interner LinkDamara oder interner LinkSan als Diener beschäftigt. Das Stammesgebiet gehörte allen Mitgliedern der Gemeinde, denen ein Häuptling, dessen Amt vererbt wurde, vorstand.
Heute zählen zu den Nama etwa 50.000 Menschen, welche größtenteils im Namaland im Süden Namibias leben. Zu den bekanntesten Namas zählen Jonker Afrikaaner und Hendrik Witbooi.
Himba
Der Reichtum der Himba, welche im Kaokafeld leben, mißt sich an der Anzahl der Tiere welche man sein Eigen nennen kann. Durch die bergige, trockene Landschaft in diesem Gebiet, wird hier neben der Zucht von Rindern, Ziegen und Fettschwanzschafen nur wenig Mais- und Kürbisanbau betrieben. Hauptsächliches Nahrungsmittel ist geronnene Kuhmilch, da auf Grund des hohen Wertes der Rinder diese nur sehr selten geschlachtet werden.
Etwas besonderes bei diesem Volk ist die Erbfolge: während die Herde an die Kinder der Schwester vererbt wird, bekommem die eigenen Kinder das Vieh des Onkel mütterlicherseits, nur die 'heilige Herde', die geweihten Feuerstäbe und die Verantwortung für das heilige Feuer werden direkt an den Sohn weitergegeben. Dieses 'heilige Feuer' darf nie verlöschen, da es nach dem Glauben der Himba die Verbindung zwischen den Lebenden und den Toten aufrecht erhält.
Heute leben im dem rund 50.000 km² großen Gebiet etwa 5.000 Himba.
Herero
Auf den Postkarten, die nach Deutschland geschickt werden, fallen die Hererofrauen wegen ihrer wilhelminische Trachten besonders auf. Die Herstellung dieser Kleidung haben sie sich aus der Kolonialzeit bewahrt.
Die Herero sind an sich ein klassisches Viehzüchtervolk: je mehr Tiere man besitzt, um so angesehener ist man. Da diese Herde von den Vorfahren geerbt wurde, gilt auch diesen eine besondere Verehrung. Die Herero haben eine sehr melodische Sprache, was auch in verschiedenen Ortsnamen festzustellen ist (z.B. interner LinkOkahandja, der Hauptort der Herero).
Ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der Herero ist die Schlacht am interner LinkWaterberg 1904 als Entschiedung des Hereroaufstandes. Im Laufe der Kämpfe gegen die deutschen Kolonialherren kam es zu einer starken Dezimierung des Volkes. Heute leben viele der etwa 100.000 Hereros mit ihren Familien auf den Farmen der Weißen, wo ihre Fähigkeiten als Viehtreiber besonders geschätzt werden.
Damara
Die Herkunft der Damara liegt wahrscheinlich im Gebiet des heutigen Sudan. Sich selbst bezeichnen die Damara als Nu-Khoin, was soviel wie 'schwarze Menschen' heißt. Es ist anzunehmen, daß sie neben den interner LinkSan zu den Ureinwohnern Namibias zählen. Schon lange Zeit dienen sie den überlegenen Hirtenvölkern der interner LinkNama und interner LinkHerero. Ihnen wurde lange Zeit mit großer Verachtung begegnet.
Sie waren schon lange in der Lage die Eisen- und Kupferschmelzkunst zu beherrschen, weshalb sie für die Nama und Herero Äxte und Speerspitzen fertigen mußten. Landwirtschaftliche Aufgaben sind die Ziegen- und in geringem Maße auch die Rinderzucht.
Bereits 1906 erhielten sie von den Deutschen ein Stammesgebiet für ihre Treue bei der Niederschlagung von Aufständen. Heute leben nur noch etwa ¼ der etwa 100.000 Damara in den ehemaligen Homelands, viele sind bei Weißen, in Minen oder in den Städten angestellt.
Rehobother Baster
Die Baster (etwa 22.000), welche Nachkommen von Hottentottenfrauen und burischen Einwanderern sind, siedelten sich 1871 in dem von Ihnen gegründerten Ort interner LinkRehoboth an, nachdem sie die Kapkolonie zwei Jahre zuvor verlassen hatten. Im Jahre 1885 schlossen sie einen Schutz- und Freundschaftsvertrag mit der deutschen Schutztruppe ab.
Bei den Bastern können zwei soziale Gruppierungen unterschieden werden: zum einen die höhergestellte Schicht, die vom Aussehen "europäischer" erscheinen als die eher dunkelhäutigen Angehörigen der niederen Schicht.
Die Sprache der Baster ist Afrikaans, einige sprechen aber auch deutsch oder englisch.
Kavango
Die heute im Grenzgebiet zu Angola lebenden Kavango stammen ursprünglich aus dem Gebiet der großen Seen in Mittel- und Ostafrika. Eine große Anzahl kam in Folge des Bürgerkrieges in Angola über die Grenze nach Namibia. Die Gruppe umfaßt heute etwa 120.000 Menschen.
Wegen der relativ hohen Niederschlagsmenge ist hier Ackerbau möglich. Angebaut werden Mais, Erdnüsse, Kürbisse und Zitrusfrüchte. Zur Bewässerung der Felder wird auch Wasser aus dem Okavango genutzt. Neuerdings erfolgt auch der Anbau von Baumwolle. Daneben wird noch Viehzucht und Fischfang betrieben.
Zentrum des Kavangolandes ist Rundu, wo sich auch eine Fleischkonservenfabrik befindet. Die Kavango haben auch eine eigene Verwaltung: jeder Stamm hat ein oder mehrere Kapitäne, welche wiederum den sogenannten Formani wählen. Dieser verwaltet den Distrikt und hat auch die Aufgabe eines Richters bei kleineren Vergehen.
Sprachlich gibt es zwei wichtige Dialekte: Rukwangari und Thibukushu.
Caprivianer
Ihren Namen erhielt diese ethnische Gruppe von dem Gebiet, in welchem sie zu Hause ist: dem Caprivi-Zipfel, das Gebiet, das Deutschland 1890 zusammen mit der Insel Helgoland von England im Tausch gegen die Insel Sansibar und die Herrschaft über Witu in Ostafrika erhielt. Das Gebiet wird in drei Teile untergliedert: West-Caprivi (sehr sandig mit geringer Vegetation), Ost-Caprivi (sehr wildreich) und das Mafe-Veld (für Viehzucht geeignete Savanne). Einen wichtigen Rohstoff stellt Holz, welches zur Schnitzerei benutzt wird, dar. Intensive Viehhaltung ist wegen des tropischen Klimas und dem daraus folgenden Vorhandenseins der Tse-Tse-Fliege und der Malaria nur sehr eingeschränkt möglich.
Der Fischfang im Hobe und Sambesi ist eine wichtige Ernährungsgrundlagen. Zukünftig wird der sehr fruchtbare Boden, verbunden mit großen Niederschlagsmengen, eine hervorragende Grundlage für den Ackerbau darstellen.
Druckversion © Erik Reuter 1996, 2009 - Letzte Aktualisierung 31/07/2017, 10:38 Uhr - Impressum